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Mittwoch, 4. November 2009

:umzug

nachdem ich nun beinahe schon wieder einen monat in meiner wohnung in connewitz wohne, muss ich euch, liebe geneigte leser, doch noch etwas davon berichten.
meine neue adresse wissen die meisten von euch schon, alle anderen können sie auf anfrage erhalten...
Bild I:


als erstes motiv seht ihr den wohl wichtigsten grund, warum ich eigentlich nicht so richtig ausziehen wollte. dieser wunderschöne berliner ofen zierte bis dato mein wohn- und arbeitszimmer.
mit einem eimer kohlen konnte man den einen dreiviertel tag gut beheizen - das ist eine rationale menge. wenn ich heute den gashahn aufdrehe, kann ich mir nicht so recht vorstellen, wieviel ich grad verbrauche.

Bild II:


dieses formschöne sofa "erika" war und ist nun auch wieder mittelpunkt meines wohnzimmers. hergestellt in einem land, welches nicht mehr existiert, überdauerte es zuerst die normale nutzungsweise, dann mehrere jahre in der meist nichtbeheizten und im winter nicht bewohnten (weil ohne wasseranschluss) datsche meiner tante.
schließlich gelangte es in meinen besitz, wo es sich auch heute noch befindet.
gäste aus aller welt werden hier willkommen sein...

Bild III:


blick aus der noch nicht möbilierten küche in das ebensowenig möbilierte arbeitszimmer.
allerdings können hier bereits die aufwändigen (unterwändig wäre ja auch sinnlos) malerarbeiten / fresken im flur betrachtet werden.
linker seite führt der flur ins bad und an die frische sommerluft, wie man durch die installation eines fensters im arbeitszimmer gut erkennen kann, rechts führt der flur sowohl ins wohn- als auch ins schlafzimmer des hausherrn.


Bild IV:


durch den um- und einbau einer küche eines namhaften schwedischen möbelherstellers, die vormals die farbe der bundeswehr trug, heute allerdings die des straßenbauamtes, wurde ein handwerksbetrieb aus der region beauftragt. augemerk verdient die großzügige arbeitsfläche - in vertikaler ausdehnung außerhalb der gängigen norm modifiziert und nicht schwedischen ursprungs - die einer persönlichen bestellung beim hersteller und innerbetrieblicher entscheidungen unterzogen wurde.
durch den einsatz schwerer technik konnte hier ein kleinod kulinarischer kreativität geschaffen werden.

Bild V:


durch eine großzügige leihgabe von transportbehältern eines zwickauer diakonats konnten unzählige schätze, insbesonderer gedruckte ausgaben wertvollen wissens in das neue domiziel übertragen werden.
der hier erkennbare raum ähnelt dabei nur beiläufig einem bücherflohmarktes.
tatsächlich aber ist es die benötigte menge X eines bücherpools Y, der zur herstellung von Z interessanten unterrichts- und gemeindestunden benögtigt wird.

bei ReStd. = wochenunterrichtsstunden religionsunterricht und
GAStd. = gemeindearbeitsstunden
ergibt sich folgende aufgabe:


52 • (ReStd. + GAStd.) = Z ∀ X ∈ Y

wer mir als erster sagen kann, wie man das korrekt ausspricht, erhält als preis eine auswahl der erstlingswerke der weihnachtsbäckerei des oben beschriebenen anwesens. einsendeschluss ist, wenn sich der erste zur richtigen antwort bekannt hat.

in diesem sinne...

Samstag, 10. Oktober 2009

so, liebe freunde.

nun steht also der winter vor der tür. zumindest hab ich das eben erkannt, als ich nochmal kurz an mein auto rausgegangen bin.
und letzte woche hat hier bei mir auch die ofen-heiz-periode begonnen.
irgendwie schon komisch, dass sie morgen auch schon wieder zu ende sein wird...

mein umzug steht nämlich nun auch vor der tür.
und da ich nach meinem "harmlosen" unfall beim standing on a rock noch immer nicht richtig laufen kann, wird die hauptlast wohl von anderen getragen werden müssen - im wahrsten sinne des wortes.

so ein bißchen schmerzt schon der herz, jetzt, wo ich in eine stinknormale - gut, meine, aber ... - wohnung ziehen werde, in der heizen kein abenteuer mehr ist, und das essen nur noch im kochbuch steht. andererseits bedeutet connewitz für mich auch freiheit, neuanfang und erwachsen werden. auch, wenn ich letzteres noch nicht vollends ausüben will ;)
in meinem schlafzimmer reihen sich kisten an kisten, allein fürs zukünftige arbeitszimmer sind es derer 20, plus drei schubladen und diverse einzelteile. die anderen zimmer erhalten nocheinmal jeweils 3 kisten, dazu 5 kisten klamotten.
dazu kommen noch einige möbel, vor allem mein großer rot-schwarzer schrank (der leider etwas dran glauben muss, denn meine neue wohnung ist doch um einiges niedriger als die zimmer hier), und das geerbte monstrum küche, was von meine mutter, julia und ich von einem unfreundlichen gulaschkanonen-armeegrün in ein lustiges warnwesten-orange umgefärbt haben.

so! hab gestern schon "unser haus" von den toten hosen gehört, aber die wehmut bleibt. aber das kenne ich von mir ja bereits...

und nun geh ich ins bett... nacht

Mittwoch, 15. April 2009

:filmleben

ich habe meine liebe zum deutschen film der nachwendezeit bis heute wiederentdeckt. hab in den vergangenen wochen doch überdurchschnittlich viele filme gesehen und so meine sehnsucht nach "meinem sommer" entdeckt.
zuweilen denke ich, dass dieser sommer ein wirklich wichtiger sommer wird: ein sommer aus langen gesprächen, dem gefühl der unendlichkeit und dem lechzen nach leben, eben wir er im film kennenzulernen ist.

schade, dass am ende eines guten filmes immer ein abschied steht. aber vielleicht kann dieser sommer dem filmsommer ja doch ein schnippchen schlagen. grad ist's, als wenn ich diesen sommer schon hören kann. ach könnt ich nur diesen moment der einsamkeit einfangen und ihn mit durch mein sommerleben tragen. grad ist's, als wenn das das höchste glück wär. gestern noch war es was anderes...
und morgen sicherlich auch...

wer auch mit auf einen sommer voller gefühl, sehnsucht, musik, weite und unendlichkeit hofft, dem sei meine filmliste empfohlen. (siehe rechts)

Sonntag, 5. April 2009

:diplomtagebuch 9

liebe geneigte leser und leserinnen,

i'm proud to announce you,
ich bin stolz, Ihnen zu verkünden,

dass ich vergangenen montag, dem 30. märz 2009 mein studium erfolgreich beendet habe. nach langem hängen und ziehen - und letztenendes nach einem eisbecher und einem eiscafé mit julia - hab ich es doch noch vollenden können.

da ist er nun: der ernst des lebens, auf den ich schon seit meinem schulanfang hingewiesen werde. was er wohl bringt, dieser ernst des lebens? was er wohl wegnimmt? was sich verändert?

zum ersten verändert sich, dass ich mich ab vergangenen mittwoch vielerorts als neuer gemeindepädagoge von markkleeberg-ost vorstellen darf. schon komisch, sich selbst so eine bezeichnung anzuhängen, so ganz ohne "der praktikant vom..."

zum zweiten ändert sich - vielleicht - mein wohnort. es ist schon seltsam, nach über 21 jahren vorzuhaben, aus dem haus der eltern, dem ort der erinnerungen und entwicklungen, tendenziell doch ausziehen zu wollen.
dabei ist es nicht einmal die angst vor einer eigenen wohnung, sondern die angst, nun vollends in den vorletzten abschnitt des (arbeits)lebens einzutauchen und erst in 40 jahren wieder aufzutauchen.

zum glück überwiegt die neugier auf das, was kommen wird, auf die möglichkeit, endlich alle ideen ausprobieren zu können, ohne dass man es erst irgendwo absegnen lassen muss. einfach mal sein eigener herr sein zu können, zumindest sporadisch - und nicht ohne den großen chef dort oben zu vergessen, klar!

mal sehen, was das jahr so bringt - auf in den sommer!

so, und nun hab ich lust auf eine deftige strandparty - ich will wieder auflegen!

Donnerstag, 26. Februar 2009

:ade

tja, das war sie nun – meine zeit im mitarbeiterkreis der evangelischen jugend um borna. das wurde mir am vergangenen sonnabend bewusst, als unser jugendwart andreas seinen 50. G
geburtstag feierte und alle möglichen leute aus diesen und vergangenen tagen des M
mitarbeiterkreises eingeladen hat und ich fand meine gedanken heute bei luise wieder – und das, obwohl ich seit vielen monaten nicht mehr aktiv dabei bin.
nun ist es so, dass ich auch zu den ehemaligen des mak gehöre. wann ich das letzte mal dabei gewesen bin, weiß ich gar nicht mehr. vermutlich ist es schon einige zeit her.

noch bevor ich mit meinem studium in moritzburg begann, an dem tag, als ich mich das erste mal dort umschaute, sagte mir ein freundlicher herr berthold, den ich später als rektor der fachhochschule kennen werden würde, dass es nicht möglich sein wird, neben dem studium die ehrenamtliche arbeit weiterzuführen.
ich probierte es dennoch, oder vielmehr: ich hörte nicht auf, ehrenamtlich mitzuarbeiten – und es ging gut. der mak und der daran hängende freundeskreis gaben mir abwechslung zu den themen des studiums und der kommilitonInnen, und nach und nach kristallisierten sich einige heute wichtige freundschaften daraus.
man mag mir an dieser stelle vorwerfen, dass ich mein studium ja gar nicht reibungslos gepackt habe, aber zu meiner eigenen verteidigung möchte ich sagen, dass der mak dabei nie als ursache, sondern vielmehr als fangnetz fungierte.

aber nun ist diese zeit endgültig vorbei. Die feier am sonnabend trug noch einmal einen hauch des glanzes aus längst vergangener zeit, gekrönt von einer übernachtung in der pfarrscheune zedtlitz – ein für mich historischer ort.
.... mein heimlicher, stiller Abschied: die Zeit der ehrenamtlichen Jugendarbeit im Kreise dieser so lieb gewordenen Menschen ist für mich nun, nach 10 jahren, endgültig passé. und es war eine schöne zeit, die ich niemals missen möchte.
im april – und das ist bereits übernächsten monat – werde ich selbst die hauptamtliche arbeit eines gemeindepädagogen im markkleeberg-ost aufnehmen:

dazu gehört vor allem die arbeit mit kindern im rahmen der christenlehre, aber auch junge-gemeinde-arbeit, die arbeit mit jungen familien, ausschüssen und letztendlich religionsunterricht.

ein seltsames gefühl, endlich am ende dieses studiums zu sein (mit ausnahme der diplomverteidigung), das ich anfangs geliebt, zwischendurch gehasst, manchmal auch nur fertig kriegen wollte. ein studium, in dessen zeit ich mich völlig verändert habe, neues dazugelernt und neue vorlieben auserkoren habe, einiges gewonnen und vieles verloren habe, gehofft, gedankt und geliebt, aber auch gezweifelt, geweint und geklagt habe.

nun ist es fast geschichte – ein fünfeinhalb jahre währender prozess an dessen ende erfahrungen stehen ,die ich hoffentlich nur einmal in meinem leben erfahren werde.
aber an dessen ende auch eine diplomarbeit steht, für die sich wider erwarten sogar andere interessieren.

bleibt zu hoffen, dass die zukunft bessere, klarere zeiten bringt.
mit meinem umzug nach leipzig oder markkleeberg im april oder mai aber soll für mich ein völlig neuer lebensabschnitt beginnen.

Samstag, 14. Februar 2009

:weiter gehts!

die trüben tage sind vorbei - und das nicht nur, weil die fünfte jahreszeit quasi bereits in der tür steht, sondern weil sich in meinem leben entscheidende dinge geändert haben: allen voran, dass ich ab april meine erste stelle antreten werde, was es mit sich zieht, dass ich dann auch meine erste richtig eigene wohnung beziehen werde.
alles andere behalte ich besser für mich.

einige gedanken aber, die will ich euch, liebe geneigte leser doch gerne erzählen:

das tragische am älter werden ist nicht, dass wir selbst älter werden, sondern, dass unser umfeld älter wird.

diese weise klingende satz bildete sich eben in meinem kopf, während ich mich auf der heimfahrt meiner heutigen freitagabendgestaltung befand.
heute zum beispiel hatte ich mal so richtig lust, wegzugehen, menschen zu treffen, abzutanzen oder sonstwas zu tun.
mein bester freund rené sagte mir allerdings schon gegen neun, dass er heute nicht alt werden würde - und so fuhr ich dann eben zu marcus, der es zumindestens bis kurz vor mitternacht aushielt.

und nun sitz ich wieder hier an meinem vertrauten platz und starre auf die viereckige kiste, die mein freund sein möchte, statt in die tiefbraunen augen eines mädchens, was ich jetzt doch nicht kennen gelernt habe.
schade, dass "älter werden" so oft mit dem verlust von sachen verbunden ist, die an eigentlich gerne gemacht - oder eigentlich noch gerne gemacht hätte.
zur zeit fühle ich mich gerade nicht so, als wenn ich gerne 26 jahre alt bin und ich kann mich noch gut an die zeit erinnern, als ich mich darauf gefreut habe, bald "ich hab 23 jahre mit mir verbracht" von tocotronic singen kann.

Donnerstag, 22. Januar 2009

:der messias

wahrlich, ich sage euch: morgen werdet ihr mit mir im paradiese sein! denn gott, der herr ist Mensch geworden und auf die erde gekommen, um nun sein irdisches reich aufzubauen. er wird grenzen einreißen, das elend bekämpfen und den frieden über die erde kommen lassen. und sein name ist: barack obama!
halleluja!


---

Natürlich habe ich gestern seine Amtseinführung im radio gehört. und natürlich hatte ich dabei das gefühl, bei etwas ganz großem dabei zu sein. etwas, auf das die welt schon immer gewartet hat: der erste schwarze präsident zieht ins weiße haus - was für ein oxymoron!
ich mein, die medien überschlagen sich und knüpfen große erwartungen an obama. in unserer lokalen zeitung fand sich heute eine kollumne gleich auf der ersten seite: "barack obama verkörpert den traum von einem gerechteren amerika" und "die menschen in den usa vereint die sehnsucht nach einer führung, die den weg aus der misere weist" - nicht nur die menschen in den usa, die ganze welt wartet auf diesen mann, der noch dieses jahr alle glücklich machen wird, die ganze welt wartet auf ihn, der da kommt, um die hoffnung all der enttäuschten menschen in freude zu verwandeln, er eint die nation (und die welt) und setzt dabei auf dialog statt auf waffen. er ist charismatisch, ein guter redner und er erkennt die probleme dieser zeit; er ruft die menschen auf, sich zu vereinigen und sich aufzumachen, um ihre zukunft auf eine bessere welt selbst in die hand zu nehmen.
all das erinnert mich doch ein wenig an die geschichte um jesus.
bleibt nur noch, dass sich auch hirten und sterndeuter zu ihm auf den weg machen.
zu meinem erstaunen fand ich aber diese begebenheiten auf seite drei der zeitung:

"obdachlose müssen quartier räumen" und "orakel von delitzsch - sterne stehen gut"

also lasst uns in diesem sinne unserem messias, barack obama, huldigen und mit ihm ziehen.

ps: ich hab seine antrittsrede gestern abend simultan übersetzt im deuschlandfunk gehört und fand sie, ehrlich gesagt, nicht so sensationell historisch toll.
okay, er mag ein guter redner sein, aber was er gesagt hat, hat mich jetzt nicht vom hocker gehauen: er hat immer wieder davon gesprochen, dass zur zeit dies und jenes da ist, und dass "wir dies und jenes schaffen müssen."
und die amerikaner jubelten an stellen, in denen er sagte, dass die usa die hand ausstrecken werde, solange sie keine faust entgegengebracht bekäme und dass amerika wieder eine wichtigere rolle in der welt spielen müsse.
als er meinte, dass die welt sich geändert habe und dass "wir" uns nun mitändern müssten - da jubelte keiner.

armes amerika!

Freitag, 22. August 2008

:ich hasse es

in etwas mehr als einer woche ziehe ich wieder nach moritzburg. darf nun endlich mein diplom schreiben. die entscheidung, das in moritzburg zu tun, ist, denke ich, rein fachlich gesehen, die beste entscheidung. allgemein organisatorisch gesehen ist es die denkbar schlechteste. ich freu mich schon richtig auf die zeit nach dem studium. dann hat vor allem dieses ständige umziehen, aus-Kisten-Leben ein ende. ich hab gerade in den letzten tagen meine zimmer zu hause mal so richtig auf den kopf gestellt und wieder eingeräumt, zeug sortiert und dem müll übergeben.
das schlimmste daran ist, dass das, was die meiste arbeit gemacht hat, sachen waren, die ich im juli aus moritzburg mitgebracht hab und was erstmal in den kisten blieb...
dort ein eingeräumtes zimmer, hier eine halbe wohnung. in beiden soviel zeug, wie man zum leben braucht - und dann löst man einen der beiden wohnsitze auf - und steht mit einer kompletten einrichtung (zum glück ohne möbel) in der heimatlichen, ebenfalls ordentlich eingerichteten wohnung. und dann versucht man, alles so zu wegzupacken, dass es normal eingeräumt bleibt. alles wegpacken geht nicht, weil man mindestens manches aus den kisten auch hier zu hause braucht.
ich hab es satt, dass überall küchenzeug (mixer, olivenöl, besteck, geschirr), schreibtischinhalte, sowie Unmengen von Büchern in Kisten rumstehen. Und wenn man endlich alles weggepackt hat, sieht man den nächsten umzug auch schon wieder am horizont - und das alle par monate.
langsam reicht es echt!

Donnerstag, 8. Mai 2008

:ich hab es gerockt!

danke, katja. ich hab es geschafft, ich bin durch. nun bin ich richtig im achten semester. ...das ich das nochmal erleben darf....!
nie wieder grossentwurf. diese ära ist vorbei.

zukunft...

es ist soweit: morgen ist der große tag, auf den ich schon ein halbes jahr warte. die theorie meines grossentwurfes habe ich bestanden, morgen werde ich mit dieser stunde vor der klasse stehen. leider hab ich in all der anspannung vergessen, meinem mentor bescheid zu sagen, dass prof. kahrs und ich morgen zur prüfung kommen... ich bin wirklich froh, wenn dieser spuk ein ende hat. seit monaten bin ich nicht mehr richtig zurechnungsfähig und der innere druck steigt und steigt. ich hab angst, große angst. aber in 12 stunden ist ja alles vorbei - endlich.

Mittwoch, 6. Februar 2008

gemeindeleben

:gestern bin war ich beim zahnarzt und danach hab ich die kirchenblättchen, für andere eher als gemeindebrief bekannt, ausgeteilt. :ich mache diese arbeit seit etwa zehn jahren, vielleicht auch schon länger. :am anfang, als ich das für meine mutter übernommen habe, verteilte ich die blättchen fünfmal im jahr, aber das sechste mal, das übernahm meine mutter noch, weil man im januar / februar immer die druckkosten fürs jahr einsammeln muss. :und so zog meine mutter los und machte diese eine tour immer selber. :mir hätten manche bestimmt sowieso ihr geld nicht gegeben.
:mittlerweile mache ich selbstverständlich seit vielen jahren alle sechs touren im jahr. :und die „kassierrunde“ ist immer das highlight. :da treffe ich viele menschen, die ich nur dieses eine mal im jahr treffe wieder. :eine spannende Sache, zu sehen, was sich in einem Jahr alles verändert – oder hoffentlich nicht verändert. :traurig ist es immer, zu sehen, wenn alte menschen im neuen jahr nicht mehr leben oder ins altersheim gekommen sind, dort, wo ich sie nicht erreiche. :denn einfach hingehen und „hallo“ sagen, geht auch nicht. :so eine beziehung habe ich zu den meisten meiner abonennten nicht, denn wie gesagt, sehe ich die meisten lediglich dieses eine mal im jahr.
:das kann daran liegen, dass ich selbst nicht so regelmäßig beim gottesdienst in rötha anwesend bin – und die anderen auch nicht – und daran, dass ich mir die jeweiligen gesichter irgendwie nicht merken kann. :immer wieder denke ich mir, wenn sich eine tür vor mir öffnet: :“ach, so sieht er / sie also aus...“ :meistens ist es eine sie, eine ältere sie. :der anteil der männer in meinem gebiet ist schwindend gering, zu mindest der der sich zeigenden männer.
:gestern hatte ich also wieder eine kassiertour. :ich hatte mir eine stunde vorgenommen und es sind zwei geworden – und dabei bin ich noch nicht einmal die hälfte der kirchenblättchen losgeworden, weil so viele leute gar nicht zu hause waren oder nicht geöffnet haben. :gut, es war ja auch mittagsschlafzeit.
:aber ich habe mit herrn m. gesprochen. :herr m. ist 92 jahre alt und mit der rüstigste der gesamten rentnerschaft meiner tour. :es fing eigentlich ganz normal an, ich klinge, er kommt in den hausflur des mehrfamilienhauses, lächelt mich an, bittet mich in den hausflur und geht in die wohnung, um sein geld zu holen. :ich kenne ihn, er kennt mich, meine cousins und patenkinder wohnen über ihm...
:doch dann, als ich ihn fragte, wie es ihm gehe, bat er mich mit der frage, ob ich mal sehen wolle, wie er wohne, in die wohnung. :ich nahm dankend an und es begann eine lange führung durch seine kleine wohnung, seine riesige familie mit gefühlten hundert cousins, onkels, cousinen und tanten – und zweit- und drittehepartner der jeweiligen verwandten. :ich war nach wenigen minuten völlig verwirrt, aber er weiß trotz seines hohen alters genau, wer zu wem gehört und gehörte. :er zeigte mir die vielen alten bilder, die er in seiner wohnung hängen hatte, einige müssen schon an die siebzig jahre alt gewesen sein. :eine interessante reise in die vergangenheit und durch die zeit, die sich weiter über flugzeuge, briefmarken, österreich und brünn, satellitenfernsehen, zimmerpflanzen und – nubiskarten erstreckte. :ich wußte bisher gar nicht, was nubiskarten sind. :irgendwann war eine stunde um. :die zeit verging wie im fluge. :vielleicht mögt ihr, liebe leser, mir das nicht glauben, aber ich habe die zeit mit diesem alten herrn, der viel jünger scheint, sehr genossen. :wenn ein fremder ihn und seinen tag beobachten würde, würde er ihn auf vielleicht ende sechzig schätzen, mit der bemerkung: was der in dem alter noch alles kann... :fahrrad fahren zum beispiel, aber mit einem tempo, das ein ottonormalradler maximal an den tag legt, autofahren auch, ohne defizite. :also keine hutfahrer mit schrittgeschwindigkeit auf der autobahn...
:wenn ich einmal alt werden sollte, dann lieber gott, wenn du das hier liest, lass mich so alt werde, wie es herr m. ist. :ein bewundernswerter mann.
:als ich (endlich – nur zeitlich gesehen) wieder aus der wohnung von herrn m heraus war, setzte ich meine tour wenig erfolgreich wieder fort. :die nächste, die ich antrief, war frau m. :sie klagte übers alter, ebenso wie frau k. anschließend, obwohl frau m auch noch rüstig ist. :sie hat ihr eigenes einfamilienhaus mit garten, hört, sieht und läuft gut, und hat scheinbar immer eine lilafarbene kittelschürze über dem modischen pullover und stoffhose. :anfangs dachte ich noch, ich treffe sie gerade beim kochen oder bei der hausarbeit an, aber mittlerweile bin ich mir nicht so sicher, wie viel dreck eine einzelne alte frau mit 84 jahren und einer scheinbar ebenso alten katze im haus hinterlassen kann, bzw. wie viel die beiden essen – und kochen – können.
:die letzte der tour war für gestern ersteinmal frau l., die ich wie immer antraf, als sie irgendwohin wollte. : auch das ist typisch. :frau l. ist die oma eines klassenkameraden, den ich seit dem abi nur noch sporadisch sehe. :frau l. hingegen sehe ich regelmäßig im januar / februar zur kassiertour, zu ostern, zum gemeindefest und auch sonst relativ häufig. :in den zeiten zwischen unserer treffen muss sie scheinbar pausenlos auf reisen sein. :sie ist die hauptkoordinatorin eines frauenkreises, der mit dem pfarrer aus den nachbardörfern gern ausflüge in alle himmelsrichtungen unternimmt. :so hat sie mir in den vergangenen jahren von mexico, jordanien, israel usw. erzählt. :dieses jahr wollte ich mit taize auftrumpfen, weil ich ja auch mal wo war, aber das kannte sie schon. :da war sie vergangenes jahr. :unglaublich!
:wir schwatzen etwa eine halbe stunde am gartentor, wechselten die themen vom reisen auf ostern, freundinnen und beziehungen, bindungen überhaupt im leben, diplom und das erzgebirge. :letzteres in bezug auf meine mögliche zukunft, wobei ich meinte, dass ich auf keinen fall ins erzgebirge will. :ihre antwort war zustimmend und tiefblickend: „die haben ja auch ein bisschen nen riss, da unten.“ :soviel die meinung einer älteren dame zum erzgebirge. :das folgende will ich in beachtung meiner leser aus selbiger gegend nicht weiter äußern. 

--- gedankensprung ---

:in meiner praktikumsauswertung vergangenen donnerstag hat mich mein professor c.w. gefragt, ob ich mir mit blick auf das eben zu ende gegangene praktikum die gemeindearbeit nicht anders vorgestellt habe. :ich hatte mit nein geantwortet, aber im laufe der heutigen tour ist mir aufgefallen, was mir gefehlt hat, und was ich im beruf aber nicht missen will: :das direkte gespräch und die besuche bei gemeindegliedern. :für gestern habe ich von den alten so viel gelernt, wie im gesamten praktikum nicht...

Donnerstag, 17. Januar 2008

:one step forward

:es ist schon seltsam, wenn dinge, an die man schon gar nicht mehr geglaubt hat, doch noch passieren:

:ich habe heute den brief mit der "einladung" zur praktikumauswertung bekommen. :im grunde genommen nur eine pro forma einladung, sagt sie ja nichts über die chancen aus, die ich für das bestehen meiner restlichen beiden grossentwürfe habe, bzw. über meine kompetenz, wirklich diakon werden zu können. :aber es ist ein seltsames gefühl, dort zu stehen, wo ich mich noch vor einem jahr, ach was sage ich, vor einigen monaten niemals gesehen habe: am beginn des achten semesters..

:gut, bevor ich so richtig ins achte, und damit in die diplomarbeit einsteigen kann, bedarf es noch zweier anderer leistungen, aber dieses gefühl, endlich weitergekommen zu sein, spornt mich zu neuen, großen taten förmlich an.

:also: let's got and finish your way, cowboy!

Dienstag, 4. September 2007

erneutes freisemester?

:hiermit möchte ich euch, liebe leserschaft mitteilen, daß ich über ein weiteres freisemester nachdenke. :ich meine, es bietet sich ja auch an: - die prüfungen sind nun geschafft, mein konto ist mal wieder leer, baföG kommt immer noch nicht, aber der hauptgrund ist folgender:
:dauernd finden irgendwelche einzugs-, auszugs-, dachbodenjubileums- und sonstige feiern statt. :ich mein, ich hab im laufenden praktikum ja gar keine zeit, zu irgendeiner dieser feiern zu gehen, und wie gerne ich feiere, wissen wahrscheinlich einige.
:und was passiert, wenn man auch nur eine der einladung ausschlägt, hab ich ja beim philipp gemerkt: :promt rufen die betroffenen (oder eben die nicht-betroffenen) an, (oder auch deren gäste) und fragen, ob ich nicht doch irgendwie kommen könnte. :tja, liebe leser, so einfach ist das nicht, zumal ich auf der studentischen kippe stehe und - siehe oben - mein konto auch nicht mehr so sehr voll ist...
:also, was liegt da näher als ein freisemester, gefüllt mir arbeit und gleitenden arbeitstagen... damit man auch mal donnerstags wohin feiern gehen kann. (:hallo, seit wann feiert man denn in der woche, @almut?) :nun ja, ich hab beschlossen, die feiern alle auf meinem post zu veröffentlichen, zu denen ich eingeladen war, aber erst nach deren termin, um schaden am auszurichtenden durch übermäßige besucherzahlen (die sich an meiner seite dazu inspiriert hatten) zu vermeiden.

:achja, da mir kein arbeitgeber bekannt ist, der gleitende arbeitstage anbietet, möchte ich hiermit um einen förderkreis für mein zweites freisemester (gabs das schon mal in mobu oder bin ich da der erste?) bitten. :bei danny hat es doch auch geklappt, gut, der war in der zeit in tansania, aber...

Mittwoch, 22. August 2007

schöne tage

:hallo, hiermit will ich euch, liebe leser aus dem sommer grüßen. :es ist ja einige zeit nichts neues von mir erschienen, aber dies soll nun ein ende haben, denn obwohl ich derzeit für die kommenden 5 / 6 monate in rötha verweile, bzw. wohne, werde ich hier einen regelmäßigen internetzugang haben. :möglich gemacht hat dies die verlegungen eines 30 + 5 meter langen kabels, welches nun an der hauswand zwischen bürocontainer und meiner 'luxuswohnhung' (übertriebene aussage von katrin s.) seinem tagwerk nachgeht.
:die leser sind hiermit herzlichst auf eine gemütliche weile eingeladen.
:und wenn ich nicht gerade dieses kabel nutzen werde, bin ich wahrscheinlich oft in geithain anzutreffen, weil ich dort mein praktikum absolvieren werde.



:das bild ist auf der diplomandenverabschiedung entstanden, danke karsta dafür.

:und um der überschrift gerecht zu werden, hier also ein paar stichpunkte zum verbleib meiner vergangenen ferienzeit:
- auzug aus ägypten ... moritzburg, meinte ich ^^
- meine cousine war zu besuch; verbund mit schlagzeugstunden beim tim
- zirkusrüstzeit in großhennersdorf (21.-31.juli 2007)
- 2 tage moritzburg und klärung meiner prüfungsergebnisse
- rumpeilen
- fahrt nach köln zu meiner patentante, die ich 10 jahre (seit meiner konfirmation) nicht gesehen hab
- rupeilen
- ein paar tage eisleben
- und heute: fahrradkauf.



:das ist es also, mein neues rad - gekauft bei 'little john bikes' im pösnapark.
:das heißt also, daß ich in zukunft endlich wieder auch auf 2 rädern mobil sein kann.

:ich wünsche euch allen hiermit also erstmal eine gue weitere sommerzeit, passt auf euch auf - und gut holz! (oder so)

Freitag, 13. Juli 2007

geschafft

:nur damit es alle wissen, die es wissen wollen, ich habe meine prüfungen bestanden und nun geht es auf ins siebente semester (endlich)...

Mittwoch, 11. Juli 2007

endzeit

:semesterende ist schon immer irgendwie seltsam. :da läuft die zeit normal ab, die irgendwann in die prüfungszeit mündet und danach ist alles urplötzlich vorbei. :alle geraten in stress, endreinigung und plötzlich sind alle weg. :das studentenleben wird von einem auf den anderen moment beendet - im vollen lauf.
:und diesen sommer ist das alles für mich noch schwieriger. :ich selbst weiß nicht, wie es weitergehen wird (habe ich meine prüfung nun bestanden, oder nicht?!), meine ehemaligen kommilitonInnen und weggefährten beenden das studium, gehen in den beruf - und alles ist irgendwie ungewiß.
:ich freu mich auf den sommer. :ich freu mich auf die zeit mit freunden; freunde, die ich so lange schon nicht mehr gesehen hab - und doch weiß ich, daß diesen sommer alles anders werden wird. :beziehungen sind entstanden, die vergangenes jahr nicht da waren, freunde werden keine zeit mehr haben, alles steht im wendepunkt des lebens.
:ich hab angst. :große angst vor der zukunft, vor meiner eigenen zukunft.
:ich bin verliebt - ein gefühl, die freiheit, lebensfreude, irgendwie abhanden gekommen.
:ich hab sehnsucht, heimat, geborgenheit, leben

:in den nächsten tagen werde ich hier in moritzburg ausziehen - mal wieder, und obgleich mich das heimweh dazu drängt, will ich doch gern hierbleiben. :ich mag nicht mehr umziehen, immer und immer wieder. :ich habe ideen, ziele, vorsätze für die kommende zeit. :mal sehen, welche sich verwirklichen lassen.
:möge gott mir auf dem kommenden weg zur seite stehen.

amen.