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Freitag, 10. Dezember 2010

:schneetreiben

bin eben zu hause angekommen, nach einem interessanten und erfolgreichen tag, den ich noch mit stupider arbeit, nämlich dem freischippen meines auf grund gelaufenen "sternenschiffes" (offizieller name meines kleinen fahrzeugs lautet: galaxy).

habe das schneeriff hier vorm haus dann mit einer schaufel und einer reichlichen halben stunde entfernt - und das mitten in der nacht kurz nach mitternacht. die nachbar werden sich gefreut haben, vor allem, weil sicherlich dann morgen einer dieser bis-märz-dauerparker sich auf meinem freigeschaufelten platz breitmacht.

zumindest war das letztes jahr so. dabei könnten die eh irgendwo im kniehohen schnee-eis-gemisch parken. bis die wegfahren, ist ihr wagen schon lange mit einer dicken moosschicht bedeckt.

aber ich will nicht meckern, denn die autofahrer auf der B irgendwas nach zwenkau kommen gar nicht mal nach hause. seit gut vier stunden ist die straße unbefahrbar und letztenendes einfach gesperrt worden. während der schneepflug dahinter lustige runden dreht, reihen sich auf einer leeren und dunklen straße auf bestimmt 10 km allerlei lkw und pkw, die dort vermutlich auch die nacht verbringen werden. zumindest hatten sich einige fernfahrer schon bettfertig gemacht.

immerhin habe ich heute den ersten leipziger schneepflug gesehen, der seinem namen alle ehre macht: nämlich einer, der wirklich den schnee geplügt hatte, aber nicht nur mit seinen rädern, sondern mit diesem seltsamen blechviereck vorn am auto, wo vermutlich der gesamte leipziger stadtrat seit wochen rätselt, welchen sinn dieses ach so schwere monstrum wohl haben könnte.

die erste schneefräse hab ich auch schon gesehen, die straße nach markranstädt hingegen gar nicht. über feld und straße hatte sich eine gleichmäßig glatte decke gelegt. und hätte man nicht hin und wieder ein über den haufen gefahrenes verkehrsschild irgendwo liegen sehen, wäre der straßenrand stellenweise kaum zu erkennen gewesen.

gestern wurde der straßenbahnverkehr ganz und der busverkehr fast ganz eingestellt. mal sehen, was morgen kommt. ich habe mir makrabrerweise noch einen eisbergsalat gekauft ;)

eigentlich wollte ich schon immer gern mal nach russland fahren, so in den urlaub, aber wenn ich heute erfahre, dass die stadt leipzig ihr streusalz schon beinahe aufgebraucht hat und noch gut 2 monate des "strengstens winters" seit 1000 jahren (irgendwer im radio sagte das im herbst mal) vor uns liegen, kann ich mir die reise nach russland auch sparen. das wird hier bestimmt noch schöner. und ich kann die leute verstehen, was sie schimpfen.

mittlerweile schneit es wieder und ich bin auf den winterlichen real-adventskalender leipzig gespannt: mal sehen, was morgen passiert ist, wenn ich mein (haus)türchen öffne und auf die welt dahinter schaue.

Sonntag, 5. April 2009

:diplomtagebuch 9

liebe geneigte leser und leserinnen,

i'm proud to announce you,
ich bin stolz, Ihnen zu verkünden,

dass ich vergangenen montag, dem 30. märz 2009 mein studium erfolgreich beendet habe. nach langem hängen und ziehen - und letztenendes nach einem eisbecher und einem eiscafé mit julia - hab ich es doch noch vollenden können.

da ist er nun: der ernst des lebens, auf den ich schon seit meinem schulanfang hingewiesen werde. was er wohl bringt, dieser ernst des lebens? was er wohl wegnimmt? was sich verändert?

zum ersten verändert sich, dass ich mich ab vergangenen mittwoch vielerorts als neuer gemeindepädagoge von markkleeberg-ost vorstellen darf. schon komisch, sich selbst so eine bezeichnung anzuhängen, so ganz ohne "der praktikant vom..."

zum zweiten ändert sich - vielleicht - mein wohnort. es ist schon seltsam, nach über 21 jahren vorzuhaben, aus dem haus der eltern, dem ort der erinnerungen und entwicklungen, tendenziell doch ausziehen zu wollen.
dabei ist es nicht einmal die angst vor einer eigenen wohnung, sondern die angst, nun vollends in den vorletzten abschnitt des (arbeits)lebens einzutauchen und erst in 40 jahren wieder aufzutauchen.

zum glück überwiegt die neugier auf das, was kommen wird, auf die möglichkeit, endlich alle ideen ausprobieren zu können, ohne dass man es erst irgendwo absegnen lassen muss. einfach mal sein eigener herr sein zu können, zumindest sporadisch - und nicht ohne den großen chef dort oben zu vergessen, klar!

mal sehen, was das jahr so bringt - auf in den sommer!

so, und nun hab ich lust auf eine deftige strandparty - ich will wieder auflegen!

Donnerstag, 26. Februar 2009

:ade

tja, das war sie nun – meine zeit im mitarbeiterkreis der evangelischen jugend um borna. das wurde mir am vergangenen sonnabend bewusst, als unser jugendwart andreas seinen 50. G
geburtstag feierte und alle möglichen leute aus diesen und vergangenen tagen des M
mitarbeiterkreises eingeladen hat und ich fand meine gedanken heute bei luise wieder – und das, obwohl ich seit vielen monaten nicht mehr aktiv dabei bin.
nun ist es so, dass ich auch zu den ehemaligen des mak gehöre. wann ich das letzte mal dabei gewesen bin, weiß ich gar nicht mehr. vermutlich ist es schon einige zeit her.

noch bevor ich mit meinem studium in moritzburg begann, an dem tag, als ich mich das erste mal dort umschaute, sagte mir ein freundlicher herr berthold, den ich später als rektor der fachhochschule kennen werden würde, dass es nicht möglich sein wird, neben dem studium die ehrenamtliche arbeit weiterzuführen.
ich probierte es dennoch, oder vielmehr: ich hörte nicht auf, ehrenamtlich mitzuarbeiten – und es ging gut. der mak und der daran hängende freundeskreis gaben mir abwechslung zu den themen des studiums und der kommilitonInnen, und nach und nach kristallisierten sich einige heute wichtige freundschaften daraus.
man mag mir an dieser stelle vorwerfen, dass ich mein studium ja gar nicht reibungslos gepackt habe, aber zu meiner eigenen verteidigung möchte ich sagen, dass der mak dabei nie als ursache, sondern vielmehr als fangnetz fungierte.

aber nun ist diese zeit endgültig vorbei. Die feier am sonnabend trug noch einmal einen hauch des glanzes aus längst vergangener zeit, gekrönt von einer übernachtung in der pfarrscheune zedtlitz – ein für mich historischer ort.
.... mein heimlicher, stiller Abschied: die Zeit der ehrenamtlichen Jugendarbeit im Kreise dieser so lieb gewordenen Menschen ist für mich nun, nach 10 jahren, endgültig passé. und es war eine schöne zeit, die ich niemals missen möchte.
im april – und das ist bereits übernächsten monat – werde ich selbst die hauptamtliche arbeit eines gemeindepädagogen im markkleeberg-ost aufnehmen:

dazu gehört vor allem die arbeit mit kindern im rahmen der christenlehre, aber auch junge-gemeinde-arbeit, die arbeit mit jungen familien, ausschüssen und letztendlich religionsunterricht.

ein seltsames gefühl, endlich am ende dieses studiums zu sein (mit ausnahme der diplomverteidigung), das ich anfangs geliebt, zwischendurch gehasst, manchmal auch nur fertig kriegen wollte. ein studium, in dessen zeit ich mich völlig verändert habe, neues dazugelernt und neue vorlieben auserkoren habe, einiges gewonnen und vieles verloren habe, gehofft, gedankt und geliebt, aber auch gezweifelt, geweint und geklagt habe.

nun ist es fast geschichte – ein fünfeinhalb jahre währender prozess an dessen ende erfahrungen stehen ,die ich hoffentlich nur einmal in meinem leben erfahren werde.
aber an dessen ende auch eine diplomarbeit steht, für die sich wider erwarten sogar andere interessieren.

bleibt zu hoffen, dass die zukunft bessere, klarere zeiten bringt.
mit meinem umzug nach leipzig oder markkleeberg im april oder mai aber soll für mich ein völlig neuer lebensabschnitt beginnen.

Samstag, 14. Februar 2009

:weiter gehts!

die trüben tage sind vorbei - und das nicht nur, weil die fünfte jahreszeit quasi bereits in der tür steht, sondern weil sich in meinem leben entscheidende dinge geändert haben: allen voran, dass ich ab april meine erste stelle antreten werde, was es mit sich zieht, dass ich dann auch meine erste richtig eigene wohnung beziehen werde.
alles andere behalte ich besser für mich.

einige gedanken aber, die will ich euch, liebe geneigte leser doch gerne erzählen:

das tragische am älter werden ist nicht, dass wir selbst älter werden, sondern, dass unser umfeld älter wird.

diese weise klingende satz bildete sich eben in meinem kopf, während ich mich auf der heimfahrt meiner heutigen freitagabendgestaltung befand.
heute zum beispiel hatte ich mal so richtig lust, wegzugehen, menschen zu treffen, abzutanzen oder sonstwas zu tun.
mein bester freund rené sagte mir allerdings schon gegen neun, dass er heute nicht alt werden würde - und so fuhr ich dann eben zu marcus, der es zumindestens bis kurz vor mitternacht aushielt.

und nun sitz ich wieder hier an meinem vertrauten platz und starre auf die viereckige kiste, die mein freund sein möchte, statt in die tiefbraunen augen eines mädchens, was ich jetzt doch nicht kennen gelernt habe.
schade, dass "älter werden" so oft mit dem verlust von sachen verbunden ist, die an eigentlich gerne gemacht - oder eigentlich noch gerne gemacht hätte.
zur zeit fühle ich mich gerade nicht so, als wenn ich gerne 26 jahre alt bin und ich kann mich noch gut an die zeit erinnern, als ich mich darauf gefreut habe, bald "ich hab 23 jahre mit mir verbracht" von tocotronic singen kann.

Dienstag, 20. Januar 2009

"smells like urin" - spirit

heute mal was besonders ekliges: ich erzähl euch von meinem zweitätigen nebenjob:

ich hab das glück, für zwei tage beim messeabbau der messe "partner pferd" auf der leipziger messe mithelfen zu können.
im prinzip arbeiten wir vier studenten in einem 11000m²-stall, der übers wochenende herberge für hunderte pferde war.
dieser stall / die messehalle ist mit teppich ausgelegt, auf dem sich eine heu-hobelspäne-mischung befindet. dies gilt es wegzuräumen und zu entsorgen.
das problem: das heu ist ziemlich schwer, aber bevor es aufgeladen werden kann, muss der teppich darunter weg. und warum ist das heu schwer? unser polnischer (?!) vorarbeiter beschrieb es folgendermaßen:

"da haben die ganze wochenende die pferde lulu gemacht und ... äh ... scheissen"

soviel dazu. ich nehme an, ihr könnt euch vorstellen, wie wir selbst danach riechen:
genauso, oder eben wie ein eine-woche-alter-schlüpper <-- danke steffen.

jedenfalls saß heute im globusrestaurant keiner an den tischen um uns herum, warum wohl?!