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Donnerstag, 3. Dezember 2009

:connewitz-geschichten.teil 2:

frank popp und sein ensemble haben nicht mehr recht: ich hab mir heute nach 10 jahren meine erste jeans gekauft - und noch dazu eine blaue.
...aber vielleicht bin ich ja nur aus dem alter raus und herr popp singt immer noch die wahrheit ....?!




aber nun eine kleine geschichte aus meiner neuen wahlheimat:

ich war am dienstag abend in einer kneipe ein paar straßen weiter.
obwohl das wort "kneipe" viel zu sehr geschmeichelt dafür war.
darin befanden sich:

der wirt (schweigend, aber gutmütig)
ein älterer herr, der sich vermutlich regelmäßig "ertränkt"
eine ältere frau mit ungekämmten schwarzen haar,
ein rockabilly, ziemlich fertig und er spielte luftgitarre,
und
ein junger mann mit zimmermannshose, der dem jungen bela b. arg ähnelte

jedenfalls redete der alte mann mit bela b.

mann: bist du religiös?
bela b.: ne!
mann: gar nichts?
bela b.: ne!
mann: bist du nicht religiös erzogen worden?
bela b.: ne!
mann: was gar kein bisschen?
bela b.: na wir haben weihnachten gefeiert, und meine oma hat immer, hier (schlägt das kreuz auf der brust) und mit den schwarzen katzen und so.
mann: und hast du da mal zu weihnachten eine eisenbahn bekommen? so als kleiner junge?
das vergisst man alles, mit der erziehung, wenn man alt wird, aber an die eisenbahn, an diese blöde eisenbahn wird man sich ein leben lang immer erinnern.
bela b. grinst

(ab)

Montag, 5. Oktober 2009

:...als ich eigentlich was anderes gesucht hab...

... ist mir dieser wahrlich schöne mitschnitt eines ausländischen (?!) tv-senders über unser deutschland (oder das der anderen vor der wende, whatever) in die augen gefallen:




schön, nicht ;)

Samstag, 18. April 2009

:legalize it!

habt ihr, geneigte leser, schon einmal von "djibouti" gehört?
djibouti ist ein kleines land im osten afrikas, das mit einer größe von ca. 23.000 km² etwas größer als hessen ist.
gehört habe ich heute in der mdr-sendung riverboat zum ersten mal davon, als der filmemacher thomas junker vorgestellt wurde.
dieser erzählte, dass es in djibouti sehr gefährlich sei, am vormittag auf der straße für sekunden stehen zu bleiben, weil es vor allem in der hauptstadt so sehr geschäftigt zuginge. würde man sich aber am nachmittag nach 14 uhr an diesselbe stelle stellen, würde man nur vereinzelt autos und menschen sehen, so leer seien da die straßen.
so entspannt die menschen.

schuld daran sei eine droge namens "khat", die alle männer des landes täglich ab 14 uhr kauen und die sehr entspannen soll - dadurch kommt die gesamte geschäftigkeit zum erliegen.
"khat" ist irgendein blatt von einer pflanze, die in äthiopien wächst, und der handel damit untersteht der frau des präsidenten. daraus folgt, dass das "kat"-kauen staatlich verordnet ist.

für mich verwunderlich ist, dass davon bis eben nix in meiner freien lieblings-enzyklopädie stand, aber ich werde mal nachforschen, wenn ich zeit hab. wer was weiß, kann sich ja mal melden...

Donnerstag, 4. Dezember 2008

:gestern im männermorgengebetskreis...

... haben wir nachgedacht, warum es eigentlich noch einen segen-to-go gibt?! Eigentlich ist das doch der Sinn des Segens, oder nicht?!

Donnerstag, 6. November 2008

:diplomtagebuch 7

am meisten liebe ich meine derzeitige arbeit, wenn ich mich gerade mit jenen menschen unterhalten habe, die männerarbeit praktisch machen.
dabei gibt es so viele verschiedene angebote, sodass meine vorstellung vom gruseligen alt-männer-rumsitz-abend beinahe ausgelöscht ist.
ich bin eben aus dresden gekommen, habe mich mit friedemann schwinger getroffen. der macht mit ein paar 'mitstreitern' den ost - den offenen stammtisch treff, der sich regelmäßig in einer gaststätte trifft. dort gibt es nach der ankommphase einen 19-minuten-impluls, bevor sich die männer an den tischen der kneipe (darüber) unterhalten. das ganze funktioniere als niedrigschwelliges angebot, findet in dresden statt und schwinger meinte, es kommen leute auch aus königsbrück, meissen oder gar (und das häufiger) männner aus brandenburg.
eigentlich spektakulär, wenn die wegen einem 19-minuten impuls plus anschließendem quatschen bis nach dresden kommen.
ich selbst war noch nicht dabei, den letzten habe ich verpasst, mich erst danach bei schwinger melden können und dher nicht gewußt, wann der letzte war.
nächste woche aber ist männerwoche, vom o.s.t. initiiert - jeweils 19 uhr im kügelgenhaus (hauptstraße 13 - dresden)
ich selbst werde - nicht an allen tagen, aber... - mal hingehen.
gestern wollte ich zum männermorgengebetskreis, der sich 7 uhr in der blasewitzer kirche trifft. leider hab ich blasewitz mit loschwitz vertauscht, aber zum anschließenden frühstück war ich dann doch noch pünktlich ;)
nichts desto trotz, es ist spannend, die männer zu treffen, die in den einzelnen kreisen mit dabei sind, sich mit ihnen zu unterhalten, und außerdem zu erfahren, was sie bewegt, zb einmal morgens früh, 7 uhr vor der arbeit in der kirche zum morgengebet zusammenzukommen, dann kurz mit den anderen männern zu frühstücken und anschließend gleich zur arbeit zu fahren...

Mittwoch, 29. Oktober 2008

:diplomtagebuch 6

es ist schwer, sich an diesen trüben tagen für die arbeit zu motivieren, die man eigentlich vor hat. wenn es auch tagsüber nur unmerklich heller wird, als es in der nacht ist, dann ist auch mein gemüt eher trübe.
für ein kleines bißchen sonnenschein am tag hat heute mein kurzer "besuch" bei damaris und martin im schuppen gemacht. heute abend wird bandprobe sein und die beiden haben eben alles aufgebaut.
außerdem hab ich mir heute traubenzucker und viel verschiedenes obst gekauft, um bei kräften zu bleiben. so hab ich als obstabstinenzler nun äpfel, orangen, kiwis und eine nashi-birne zu hause, dazu eine rießenladung joghurt.
das sollte doch wohl helfen, die arbeit für die nächsten tage zu sichern.
am montag hab ich nun das erste kapitel - endlich - soweit richtig fertig gemacht und schon mal zum korrigieren geschickt. das dritte ist auch so gut wie fertig und ich denke, dass es heute endgültig fertig wird. bei allen anderen kapiteln hab ich zumindest schon etwas geschrieben, bzw. viel geschrieben, was ich irgendwie noch ordnen muss.
gestern waren wir beiden diplomantInnen - bei den hauseltern zum frühstück eigeladen.
soweit von mir und der männer-front. ich muss weitermachen...

zum schluss noch ein kleines zitat, welches ich in einem buch der österreichischen landeszentrale über männerarbeit gefunden habe, und welches trotz seiner herkunft doch irgendwie für die männliche selbstwahrnehmung treffend ist:

„Alle sensiblen Männer werden gefressen.“ (Ein Faultiermädchen in Ice Age I)

Mittwoch, 1. Oktober 2008

:diplomtagebuch teil 4

nun ist es bereits die fünfte woche, die ich an meiner diplomarbeit "schreibe". wobei "schreiben" noch übertrieben ist: ich habe am montag endlich meine gliederung abgeben können und heute treffe ich mich mit meinen mentoren, um diese durchzusprechen.
eigentlich war der ablauf der diplomarbeit ja doch etwas anders geplant - vergleich von ansätzen der männersoziologie und deren folgen auf die männerarbeit in der gemeinde - oder so in der art - aber (leider) verfolgen sämtliche autoren der bücher, die ich gelesen habe, irgendwie denselben ansatz. also musste ich meinen schwerpunkt anders setzen.
und aus diesem grund habe ich einen kleinen - nicht ernst zu nehmenden - text geschrieben, der ziemlich salopp meine gliederung zusammenfasst. den möchte ich euch nicht vorenthalten:

Identität von Männern

Wie „ticken“ Männer eigentlich?
Das kann man nicht mit einem Satz beantworten, denn es gibt verschiedene Typen von Männern, die später näher erklärt werden.
Fakt aber ist, dass einige Themen bei Männern generell vorkommen. Darunter zählen der Beruf, Hobbys und andere Mann Themen.
Männer haben allerdings auch das Defizit, dass sie sich nur schwer ausdrücken können, wenn es um Gefühle oder Beziehungen geht.
Männer lassen da keinen ran, außer, sie vertrauen diesem Menschen wirklich sehr. Aber das allein ist kein Kriterium, denn den Männern wurde bereits seit ihrer Kindheit durch die Eltern und vor allem die Gesellschaft eine Norm aufgesetzt, die besagt, dass sie das stärkere Geschlecht seien.
Dazu gehöre es auch, dass man nicht weint, und auch sonst kaum Gefühl zeigt.
Frauen sind da anders. Alles, was Gefühl ist, dürfen sie. Allerdings wurden sie früher dazu erzogen, sich vorrangig um das Haus und die Kinder zu kümmern.
Heute ist das anders. Durch die Frauenbewegung in den 70er Jahren können Frauen heute auch arbeiten gehen und auch sonst alles mögliche tun, was Männer machen.
Dadurch wird die Rolle der Männer abgestuft und die Männer sind nicht mehr so das starke Geschlecht, sondern von ihnen wird im Gegenzug auch erwartet, dass sie auch das tun, was Frauen so machen.
Ob die Männer das machen, hängt davon ab, welcher Typ sie sind. Da gibt es die neuen Männer, die kaum von Frauen zu unterscheiden sind, und es gibt die traditionellen Männer, die noch echte Männer sind und nix mit dem Frauenkram zu tun haben wollen.
Daneben gibt es noch Männer, die beides irgendwie gut finden und solche, die beides irgendwie nicht gut finden.
Jedenfalls merkt man dadurch, dass die Männer so unterschiedlich sind, dass man nicht mehr einfach nur so sagen kann: „Die Männer“, sondern man muss sagen „die unterschiedlichen Männer“.

Diese Männer also, die nun so verschieden sind, treffen sich ja auch hin und wieder. Das tun sie dann im Wirthaus oder bei Fußball, in der Feuerwehr oder manchmal auch in der Kirche.
Die Kirche will alle Menschen erreichen, egal ob Frauen oder Männer. Denn Jesus Christus hat schon vor 2000 Jahren den Menschen das Evangelium nahe gebracht und die Kirche will den Menschen Jesus Christus nahe bringen. „Den Menschen“ bedeutet dabei allen Menschen, also Männer und Frauen und Kinder und Alten und weniger Alten und Verheirateten und Singles, sowie Vätern und Müttern.
Einige dieser Gruppen sind dabei mit Sicherheit Männer.
Deshalb will die Kirche auch den Männern das Evangelium nahe bringen.
Das Problem dabei ist, dass Männer nicht so gerne über sich selber reden, es sei denn, sie haben was ganz Großes geschafft, oder sie haben was tolles, was sie anderen zeigen wollen.
Wenn es aber darum geht, dass Männer was brauchen, sind sie ganz still.
So auch sagen sie nicht einfach so, dass sie die Kirche und Jesus Christus und Gott brauchen, sondern sie sagen lieber gar nichts.
Das ist auch so, wenn es um Gefühle geht. Gefühle sind Frauensachen, Männer haben so was nicht.
Damit die Kirche den Männern aber trotzdem Jesus Christus nahe bringen kann, muss sie sich was ausdenken, was den Männern gefällt. Wo sie sich so wohlfühlen, dass sie der Kirche auch mal sagen, wie es ihnen wirklich geht.
Also macht die Kirche was, was mit den Hobbys der Männer zu tun hat und manchmal macht die Kirche auch was mit den Männern und ihren Kindern.
Dann sind die Männer – und die Kinder – so froh, dass sie sich wohlfühlen und in dem, was sie machen, auch Jesus Christus finden. Dann werden die Männer froh, denn ihr Leben ist nicht mehr so rau, sondern sie haben auch für ihre Gefühle Platz, die ganz unten unter einer Schale doch lauern.

Donnerstag, 11. September 2008

:diplomtagebuch teil 3

nun ist bereits die zweite Woche meiner diplomarbeitszeit. in der zwischenzeit ist nicht wirklich viel passiert, außer dass ich mich in meine bücher zurückgezogen hab. zur zeit beisse ich mich durch das innenleben der männlichen welt. es ist einerseits unabhängig davon, dass ich selbst der männlichen riege angehöre, unglaublich spannend, auf der anderen seite aber auch sehr undurchsichtig. sämtliches scheint auf sexualität und die "männliche angst vor der innenwelt" (schwanitz: männer - eine spezies wird besichtigt, 2001,
seite 99) hinauszulaufen.
"bester satz" aus diesem buch übrigens:

'eine kuh kann man viel schärfer wahrnehmen als ein gefühl'

soviel dazu!
ansonsten ist es noch interessant, zu nennen, dass es in ostdeutschland (also die neuen bundesländer) mit 46% mehr als doppelt "neue frauen" gibt, als "neue männer".
"neu" bedeutet dabei, dass die alten rollenverteilungen in haushalt, beruf und kinderziehung aufgebrochen werden, bzw. dies zumindest akzeptiert wird.
die meisten männer, vor allem die mit leitungsfunktion und in der höheren führungsriege sind den "unsicheren männern" zuzuordnen, also die sich weder für das neue, noch für das traditionelle männerbild entschließen können. neue männer hingegen sind vor allem männer in einfacheren arbeiterberufen und arbeitslose.

so könnte man ja deuten, dass menschen, die eine hohe (aus)bildung genossen haben, immer unsicherer werden und dass männer mit wenig(er) ausbildung sich eher mit dem neuen männerbild identifizieren können.
hindert bildung also die entwicklung des neuen männerbildes? eine frage, die es noch zu klären gibt...