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Mittwoch, 29. Februar 2012

:...dann ist die welt ein bißchen weniger scheisse

es gibt ja musik, die muss man einfach hören. die hat man einmal irgendwo gehört und die bleibt im ohr hängen. musik, die beinahe der soundtrack zu eigenen leben ist - oder zumindest sein sollte. einfach, weil die musik so mitreissend oder die band so cool ist.

bei kraftklub ist das bei mir gerade der fall. nicht nur, dass sie wunderbaren indie mit intelligenten texten spielen und dass sie auch noch ziemlich sympatisch und normal geblieben rüberkommen, nein, sie kommen auch noch aus chemnitz - oder karl-marx-stadt.
das ist natürlich eine große streicheleinheit für mein lokalpatriotisches herz. auch, wenn ich ich als leipziger tieflandsbuchtler und jetzt leipziger mit c-town (>>occcu) eher weniger zu tun hatte, empfinde ich nunmehr einen tiefen zusammenhalt.

hört mal rein! ich krieg nicht genug von kraftklub - und hechle jeden tag nach einem neuen lied. aber vermutlich können die gar nicht schnell genug neue lieder schreiben, wie ich sie konsumiere.

beste version, die man leider nicht iframen kann

Freitag, 7. August 2009

"vor gott sind eigentlich alle menschen berliner."

wie recht theodor fontane doch hatte, zumindest passend für meinen kurztrip am vorletzten wochenende:
eigentlich, wollten wir diesen sommer ja zu zweit in die landeshauptstadt fahren, aber da sie ja in spanien dem müßiggang fröhnte, blieb ich einsam und allein zu hause zurück.
schlimmer allerdings war, dass ich am ende meiner drei wochen urlaub - in der ich nun doch noch nicht umgezogen bin, was aber noch kommt - merkte, dass ich noch immer völlig unausgeglichen und keineswegs erholt war.
also beschloss ich, nun nach dresden zu fahren, um eine liebe frau zu besuchen, die bald nach afrika gehen wird. die aber musste an diesem samstag doch unbedingt für jemanden anderen umziehen.
also war die zweite idee: frohburg. aber marcus hatte auch keine zeit.

und nun beschlich mich die angst: wenn ich schon beim zweiten gedanken so nah am zu hause dran bin, wo werde ich da mit dem dritten gedanken landen: in gaulis, oder gar beim nachbarn?

also musste ein adequatere idee her: und so beschloss ich, der mutter aller städte einen kurzen, aber aufputschenden besuch abzustatten.
nachdem couchsurfing mal wieder auf grund meiner zu spontanen spontaneität nicht klappte, kam ich bei uli unter, die ihre wohnung eben erst bezogen, aber noch nicht renoviert hatte.
und so fuhr ich samstag mit einem lieben pärchen im zug nach berlin, um sonntag abend allein wieder mit der bahn zurück zu kommen.
vom pärchen hab ich was über prototypen der sprache gelernt:
wenn ich sage: "denkt mal an einen vogel", denken menschen in deutschland am ehesten an einen spatz, weil der hier bei uns der prototyp eines vogels ist. --> kaum einer wird hier zuerst an einen pinguin denken)
als tipp für nachmacher:
- der lego-shop ist nett, aber viel zu klein und es gibt kaum was anderes, als im normalen laden
- im lustgarten ist jonglieren gut, aber nur, wenn man auf viel publikum steht
- der eintritt in die schwulen-disko in der nonnenstraße kostet leider 12 euro
- kreuzberg bei nacht und mit einem bier in der hand ist toll
- empfehlenswert ist das frühstück bei "café kunst und möbel" in weisensee
- für eisenbahn- und flughafenliebhaber lohnt sich loxx am alex
- am stand mit den türkischen salaten am gesundbrunnen gibt es trotz voller verkaufsauslage auch bei nachfrage seltsamerweise "gar nichts mehr".
- der jüdische friedhof ist überwältigend
- in weisensee gibt es sonntags einen "bullistammtisch"
- meine empfehlung vom kunstmarkt: trilografie

und berlin lohnt sich immer, vor allem, wenn man mal versucht, es außerhalb der ausgetretenen touristenpfade mit der krackse auf dem rücken zu erkunden.